Sonderausstellung Juli - August - September 2012

Im Zeitraum von ca. Mitte Juli bis ca. Mitte September 2012 zeigt das Museum eine Sonderausstellung mit Geräten aus der großen Sammlung von Hella und Karl (siehe die Erwähnung von Hella und Karl unter dem Menüpunkt „Elmshorn“). Die Ausstellung konzentrierte sich auf deutsche Radios sowohl aus dem „Dritten Reich“ als auch auf Radios aus Deutschland jenseits des „Eisernen Vorhangs“.

Ausgestellt wurden drei Modelle des Volksempfängers, zwei Modelle der ostdeutschen Antwort auf den Volksempfänger und das Modell, das wir „Erich Honeckers Radio“ genannt haben.
Das Interesse an der Ausstellung war – für unsere Verhältnisse – so groß, dass wir die Ausstellung um einen Monat verlängern mussten.

In der Bildserie könnt Ihr die genannten Geräte sehen und Euch anhand der gezeigten Diagramme einen Eindruck vom relativ einfachen Aufbau verschaffen.

Kennzeichnend für den Volksempfänger VE 301 ist das Fehlen eines Hakenkreuzes im Logo, wobei die Zahl 301 auf das Datum der nationalsozialistischen Machtergreifung am 30. Januar 1933 verweist. Sie kommt erstmals als Vorschrift mit Stichtag 1. Dezember 1937 auf den Markt, die dann nicht nur für das Gerät, sondern auch für die verwendeten Bauteile gilt.
Alle Modelle mussten von allen Elektronikfabriken in Deutschland in gleicher Weise gefertigt werden.

Beachten Sie übrigens das kleine Schild - Denke daran - das auf Befehl des Führers davor warnt, ausländische Sender abzuhören, da dies mit der Gefahr einer Einweisung in eine Besserungsanstalt verbunden wäre.
Sidst i krigen er der domsudskrifter, der viser, at mennesker blev henrettet for denne forseelse.

Der Deutsche Kleinempfänger – umgangssprachlich auch „Göbbels Schnauze“ genannt – war eine Billigvariante für ca. zum halben Preis. Geplant war eine Produktion von 700.000 Stück. bis Ende 1938.

Unter den ostdeutschen Modellen ist es vor allem die Gestaltung von „Erich Honeckers Rundfunk“, die auffällt.
Der Schrank wurde an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin-Weißensee entworfen.
Achten Sie besonders auf die Rückseite, die bei einem herkömmlichen Radio aus dicker Pappe besteht. Die Rückwand dieses Radios besteht aus lackiertem Holz mit Buchsen, die den Gesamteindruck aufwerten.

Tommy Mikkelsen
September 2012

VE 301 mit dem kleinen Schild - "Denke daran"
„Denke daran“ – ein gutes Beispiel, wie man ein Volk mit Psychoterror in Schach halten kann
Diagramm und Beschreibung von VE 301
VE 301 Dyn mit verändertem Erscheinungsbild und mit dynamischem Lautsprecher

Diagramm und Beschreibung von VE 301 Dyn
Der Deutsche Kleinempfänger DKE 1938 - "Göbbels Schnauze"
Diagramm und Beschreibung von DKE 1938
Die Pflicht zur Kennzeichnung von Geräten und Bauteilen mit einem Hakenkreuz
Die Antwort der Ostdeutschen auf den Volksempfänger - RFT Typ 1U11 und Stern Radio Sonnenberg Super 675/55 GWU
Diagramm und Beschreibung des RFT Typ 1U11
Diagramm und Beschreibung von Stern Radio Sonnenberg Super 675/55 GWU
"Erich Honeckers Radio" Undine II 8176 EL
Die Rückseite von „Erich Honeckers Radio“. Sogar die Rückseite ist aus lackiertem Holz - nichts war der politischen Elite zu gut
Beschreibung von „Erich Honeckers Radio“